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Konstitutionelle Monarchie in Südwesteuropa auf der Iberischen Halbinsel, im Nordosten durch die Pyrenäen gegen Frankreich abgegrenzt, 504 982 km², 43,2 Mio. Einwohner, Hauptstadt Madrid, Amtssprache Spanisch, Währung ist der Euro.
Land und Leute
Kerngebiet von Spanien ist das vom Kastilischen Scheidegebirge durchzogene zentrale Hochland (Meseta), das nach Westen und Südwesten hin Richtung Portugal und atlantische Küste abfällt. Der Nordosten ist geprägt von den Trockenlandschaften des Ebrobeckens, die Biskaya-Küste ist gebirgig vom Baskenland im Norden bis nach Galicien im äußersten Nordwesten. Die großen Flüsse Tajo, Ebro, Guadalquivir u. a. dienen hauptsächlich der Bewässerung.
Wirtschaft
Spanien hat weitgehend trockenes mediterranes Klima und die entsprechende Agrarstruktur mit Olivenhainen und Zitrusplantagen, Weinbau, Getreide-, Tabak- und Baumwollanbau. Daneben spielt die Fischerei für die Ernährung des Landes und den Export eine Rolle. In den letzten Jahren ist die Industrialisierung weit vorangekommen, Fahrzeuge, Maschinen, Stahl, Textilien und Bekleidung sind ihre wichtigsten Produkte. Wichtiger Devisenbringer ist der Fremdenverkehr.
Die fast gänzlich katholische Bevölkerung besteht vornehmlich aus kastilischen Spaniern (73 Prozent), Katalanen (17 Prozent), Galiziern (7 Prozent) und Basken (1,5 Prozent). Sie konzentriert sich in den Industrieregionen von Barcelona, Madrid, Bilbao, Sevilla u. a. und an den Küsten (u. a. Valencia, Alicante, Cádiz, Bilbao).
Geschichte
Im Altertum siedelten an den spanischen Küsten Phönikier und Griechen, im Innern verschmolz die Urbevölkerung der Iberer mit den von Nordwesten vordringenden Kelten. Die Phönikier mussten im 2./1. Jh. den Römern weichen, die ganz Spanien zur Provinz machten. Roms Herrschaft endete in der Völkerwanderungszeit durch Vandalen und Westgoten, im 8. Jh. besetzten die Araber das Land. Bis 1492 dauerte die christliche Reconquista, die Rückeroberung durch die Reiche Kastilien, Aragonien, Navarra, León und Portugal. Durch eheliche Verbindung der Herrscherhäuser vereinigten sich 1469 Aragonien und Kastilien, die zum spanischen Reich zusammenwuchsen, das unter den Habsburgern Karl V. und Philipp II. im 16. Jh. durch die Entdeckungen zur Weltmacht wurde. Der Niedergang begann mit dem Scheitern der Armada 1588 gegen England, das zur See das spanischen Erbe antrat.
Nach Verlust des zeitweilig erworbenen Portugals, der habsburgischen Niederlande u. a. wurde Spanien zur Randmacht, musste 1808 die Besetzung durch napoleonische Truppen hinnehmen und bis 1825 die Loslösung der südamerikanischen Kolonien. Kuba, Puerto Rico und die Philippinen gingen 1898 im Krieg gegen die USA verloren, 1931 verließ König Alfons XIII. das Land. Im Bürgerkrieg 1936–39 der Franco-Faschisten gegen die republikanische Regierung fiel Spanien durch schwere Verwüstungen weiter zurück, konnte sich aber aus dem 2. Weltkrieg fernhalten und machte danach unter der Franco-Diktatur eine Konsolidierungsphase durch, die in die Wiedereinführung der Monarchie 1975 und in die Demokratisierung des Landes mündete. Es bewährte sich beim gescheiterten Militärputsch von 1981, konnte separatistische Bestrebungen (u. a. der Basken, Terror der ETA) abwehren und trat 1986 der EG bei. Die wirtschaftliche Lage blieb aber schwierig; 1999 wurde die ETA – nach einem Waffenstillstand 1994 – wieder vermehrt aktiv. Im März 2004 verübten in Madrid islamische Fundamentalisten einen Terroranschlag (200 Tote); in den anschließenden Wahlen siegten die Sozialisten, die 2008 erneut von einer Mehrheit gewählt wurden. Aktuelle Themen sind die Konjunkturabschwächung durch die Immobilien-Krise, der wieder aufgelebte ETA-Terrorismus, die Lösung der regionalen Autonomiefragen und die Justizreform.
Die spanische Nationalmannschaft ging aus der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2008, die in Österreich und der Schweiz ausgetragen wurde, nach dem Sieg im Finale über Deutschland als Sieger hervor. Damit gelang ihr zum zweiten Mal nach 1964 ein EM-Sieg.